Skip to main content

Schluss mit den rohen Radiesli!

Höneisen Gemüse | 18.03.2017 | Kategorie: Jetzt Aktuell, Saisongemüse

Sie sind eine kalorienarme Vitaminbombe, aber als Diät-Kost zu schade. Trendsetter servieren Radieschen jetzt warm.
  • Radieschen - Rezepte
  • Radieschen - Rezepte

Roh und knackig auf einem Butterbrot oder scheibchenweise im Salat – so hat uns die rote Knolle schon Grossmama serviert. Radiesli haben den Ruf, vor allem gesund zu sein, ­voller Vitamin C, Eisen, Magnesium und sekundären Pflanzenstoffen. Diät-Fans stehen auf sie, weil sie praktisch nur aus Wasser be­stehen. Kaloriengehalt pro 100 Gramm: 14, also praktisch null.

Neuerfindung

Doch jetzt kommen die hippen Köche, die, bis hinauf zum Sternekoch, das Gemüse entdecken, und holen das Radieschen aus der Rohkost-Ecke. Schon im letzten Jahr servierten manche Bars leicht gesalzene Radiesli mit einem Klacks Butter dazu, der das milde Rettich-Aroma schön unterstreicht – ein zeitgemässer Apéro-Snack, zum Beispiel zu­ ­einem Glas Weisswein.

Die Köche haben sogar das Kraut der Knolle entdeckt – es schmeckt ähnlich wie Spinat und kann auch so gekocht werden. Richtig trendy sind aber jetzt warm zubereitete Radiesli, etwa als Suppe. Das Gute dran: Auch für Küchenanfänger ist sie keine Kunst, die Zubereitung funktioniert wie bei einem Smoothie. Einfach geviertelte Radieschen in Butter bei schwacher Hitze anschwitzen – also bei geringer Hitze, wenig Fett und Beigabe von etwas Wasser oder Gemüsebouillon zehn Minuten garen. Das Ergebnis wird im Mixer püriert, der Grundstoff für die Suppe ist da.

Die Masse lässt sich geschmacklich variieren. Der eine mixt Frischkäse und Schalotten darunter und streut Kresse darüber (die mit ihrem meerrettichartigen Aroma gut passt). Der andere wählt Kartoffeln, Lauch oder schnippelt das frische Kraut drunter. Ehrgeizige Köche nehmen natürlich die länglichen und teureren zweifarbigen Weisspunkt­­ra­dieschen, die in Frankreich beliebt sind.

Als warme Option empfehlen sich die roten Knollen paniert und gebacken. Dazu die gewaschenen Radieschen vierteln, salzen und mit Zitronensaft besprenkeln, damit ihnen Wasser entzogen wird. Einige Minuten ziehen lassen. Parallel dazu ein Ei in einen tiefen Teller aufschlagen und verquirlen, Mehl und Brotbrösel bereitstellen. Die Radiesli-Viertel im Mehl wenden, durch die Eimasse ziehen, mit den Bröseln panieren und im heissen Öl goldbraun herausbacken. Das passt gut zu Salaten mit pikanten Saucen, vielleicht einer Wasabi-Yoghurt-Dip. Bissfest gedünstete Radieschen machen sich auch gut als Zutat im Risotto, wo sie sich vor allem als fröhlicher Farbtupfer hervortun.

Richtig lagern

Beim Kauf von Radiesli kann man nicht viel falsch machen. Frische Exemplare sind fest und die Blätter nicht welk. Zum Aufbewahren stellen manche sie samt Wurzeln in eine Schüssel mit Wasser in den Kühlschrank. Aber auch in ein feuchtes Küchentuch eingewickelt halten sie ein paar Tage. Einfrieren geht in der Plastikdose oder im gut verschlossenen Gefrierbeutel. Wichtig ist, dass Radiesli beim Enfrieren sauber und trocken sind, damit sie nicht zu Klumpen zusammenfrieren. Beim Auftauen darauf achten, dass sie im geschlossenen Behälter aufgetaut werden, sonst ­werden sie trocken und schmecken dann nicht mehr besonders.

Publiziert am 17.03.2017

Christiane Binder

http://www.blick.ch/life/warme-rote-knolle-schluss-mit-den-rohen-radiesli-id6378406.html